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Wie wird eine CO2-Bilanz erstellt?

Eine CO2-Bilanz hilft der Kommune, klare Prioritäten zu setzen. Durch den Vergleich von Kennwerten aus anderen Kommunen können aus der CO2-Bilanz übergreifende Klimaschutzziele formuliert werden.

Für die kommunale CO2-Bilanzierung gibt es derzeit noch keine standardisierte, einheitliche Systematik. Es hat sich als praktikabel erwiesen, eine CO2-Bilanz auf Grundlage einer Endenergiebilanz aufzubauen. Mithilfe der eingesetzten Energieträger und der dazugehörigen Emissionsfaktoren kann schließlich eine CO2-Bilanz erstellt werden. Folgende Punkte gilt es vorab zu berücksichtigen:

Bilanzart

Bei der Erstellung der CO2-Bilanz gibt es einfache und komplizierte Verfahren, die auf unterschiedlichen Daten aufbauen und unterschiedliche Aussagequalitäten ermöglichen. In einer sogenannten Kurzbilanz wird vor allem mit Kennwerten und leicht zu ermittelnden statistischen Daten wie Einwohnerzahlen und sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten gearbeitet. Diese Bilanzierungsmethode eignet sich vor allem für kleinere und mittlere Kommunen, wenn kaum energiespezifische Daten vorliegen.

Für kleinere und mittlere Kommunen bietet sich das Bilanzierungstool ECORegion an. Hier kann wahlweise mithilfe von statistischen (zum Teil Bundesdurchschnitts-)Werten oder gegebenenfalls auch mit vorhandenen genaueren Informationen eine grobe Startbilanz erstellt werden. Damit kann die Größenordnung der eigenen Emissionen überschlägig ermittelt werden. Das Tool bietet zudem die prinzipielle Möglichkeit, die CO2-Bilanz fortzuschreiben. Bei Eingabe vieler kommunenspezifischer Daten kann dann die Entwicklung in der eigenen Kommune verfolgt werden. Mehr zu ECORegion finden Sie auf den Opens external link in new windowInternetseiten des Klima-Bündnis.

Möchte man allerdings mit der Bilanz herausfinden, wo genau in den kommunalen Handlungsfeldern der größte Bedarf zur Verbesserung der Energieeffizienz liegt, dann ist im Grunde eine detaillierte Bilanz erforderlich. Eine pauschale Übertragung bundesweiter Kennwerte reicht hier nicht mehr aus. Für eine solche Bilanz müssen Verbrauchsdaten für die einzelnen Verbrauchssektoren und die verschiedenen Energieträger gesammelt werden. Diese Daten werden in schon aggregierter Form von den Energieversorgungsunternehmen, den zuständigen Ämtern und Schornsteinfegern zur Verfügung gestellt.

Im Interesse der Fortschreibbarkeit der Bilanz muss darauf geachtet werden, dass nur Datenbestände bzw. -grundlagen einfließen, auf die auch in Zukunft kontinuierlich zurückgegriffen werden kann. Für Kommunen ab ca. 50.000 Einwohnern sollte dieser Bilanztyp Standard sein.

Auf der Website der Servicestelle Kommunaler Klimaschutz beim difu finden Sie eine Opens external link in new windowListe mit Beratungs- und Ingenieurbüros, die für die Erstellung einer CO2-Bilanz in Frage kommen. Einige Dienstleister können Sie mit ihren Referenzen auch in der Datenbank Opens internal link in current windowDienstleister für Kommunen hier im Internetportal finden.

Zur Erstellung einer CO2-Bilanz müssen folgende Punkte vorab geklärt werden:

  1. Bezugsjahr: Anhand der Datenverfügbarkeit wird das Bilanzjahr festgelegt. In der Praxis hat sich gezeigt, dass alle relevanten Daten für ein Bilanzierungsjahr im besten Fall nach zehn Monaten vorliegen. Meist liegt das Bilanzjahr bereits ein bis zwei Jahre zurück.
  2. Relevante Treibhausgase und Emissionsfaktoren: Neben den direkten CO2-Emissionen sollte auch die Prozesskette (Emissionen, die für den Abbau, den Transport und die Umwandlung des Energieträgers bei der Emissionsberechnung anfallen) einbezogen werden. Sinnvoll ist auch die Einbeziehung von weiteren Treibhausgasen in Form von CO2-Äquivalenten. Hier spielen vor allem Methan (CH4) und Lachgas (N2O) eine große Rolle. Bei der Festlegung der Systematik der Emissionsfaktoren sollte berücksichtigt werden, dass diese langfristig Bestand haben sollen, damit Emissionsentwicklungen langfristig beobachtet werden können.
  3. Bilanzgrenzen: Zurzeit gibt es für Kommunen noch keine einheitliche Bilanzierungssystematik. Es wird empfohlen, nach dem sogenannten Territorialprinzip zu rechnen. Dafür werden alle Energieverbräuche der Sektoren, aufgeteilt in die Energieträger (inkl. Strom), innerhalb der Gemarkung berücksichtigt.

Anhand der Energieverbrauchsdaten können auch überschlägig die Energiekosten der Kommune bzw. der einzelnen Sektoren errechnet werden.

Die CO2-Emissionen der kommunalen Verbräuche z.B. bei den Liegenschaften und bei der Straßenbeleuchtung können auch mit Hilfe der Excel-Werkzeuge der dena berechnet werden.