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Potenzialanalyse und Szenarienentwicklung

Potenzialanalysen helfen der Kommune, Maßnahmen auch über einen längeren Zeitraum einzuplanen. Die langfristigen Maßnahmenvorschläge einer Potenzialanalyse erleichtern dann die Aufstellung eines konkreten Energie- und Klimaschutzprogramms für die nächsten ein bis zwei Jahre.

Bei einer Potenzialberechnung wird aufgezeigt, was aus heutiger Sicht sowohl technisch als auch wirtschaftlich umsetzbar ist, im Idealfall unterteilt in kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen. Grundsätzlich lassen sich Potenziale für zum Beispiel die nächsten 10, 15 oder auch 25 Jahre berechnen. Je größer der Zeitraum wird, desto spekulativer sind die Ergebnisse.

Ausgehend von den Endenergiebilanzen für die einzelnen Sektoren können die Einsparpotenziale für Strom und Wärme berechnet werden. Dabei werden technisch-wirtschaftliche Potenziale einzelner Technologien und Maßnahmen berücksichtigt. Darüber hinaus können in Abstimmung mit dem lokalen Energieversorger Potenziale der Energieträgerumstellung und der Effizienzsteigerung ermittelt werden, beispielsweise durch den Einsatz von erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.

Potenzialanalysen zeigen theoretisch erreichbare Werte auf. Erst bei der Entwicklung von Szenarien wird deutlich, wie wichtig die Faktoren Ausbauraten und Sanierungszyklen sind. So können zum Beispiel durch Außenwanddämmung im Bestand hohe Einsparpotenziale berechnet werden. Da die Gebäude aber nur etwa alle 50 Jahre rundum saniert werden, sind nicht alle Potenziale kurzfristig umsetzbar.

Um Ziele bewerten und definieren zu können, wird empfohlen, ein Referenzszenario und ein Energieeffizienz- und Klimaschutzszenario zu erstellen. Das Referenzszenario folgt dem Trend ohne zusätzliche Klimaschutzanstrengungen, das Energieeffizienz- und Klimaschutzszenario berücksichtigt eine konsequente kommunale Energiepolitik, wodurch Umsetzungsraten und die Qualität der Maßnahmen erhöht werden.

Diese Szenarien sind nicht als Prognosen zu verstehen, die eine tatsächliche Entwicklung vorhersagen. Sie dienen vielmehr dazu, den Handlungsspielraum aufzuzeigen, den nötigen Aufwand zur Erreichung eines bestimmten Ziels zu beschreiben sowie die Erreichbarkeit eines Ziels realistischer einschätzen zu können.

Konzepte für einzelne Handlungsfelder, Teilbereiche oder Projekte

Aufbauend auf einer übergreifenden Potenzialanalyse können Konzepte für abgegrenzte Bereiche oder Projekte bereits genauere Aussagen zu Kosten und Einsparpotenzialen enthalten. Sie liefern damit die Grundlagen für weitere Entscheidungen.

Manche Kommunen beginnen ihre Energieeffizienz- und Klimaschutzaktivitäten auch direkt mit Konzepten in Teilbereichen ohne eine vorherige Potenzialanalyse.

Projektbezogene Konzepte sollten neben den insgesamt erreichbaren Einsparpotenzialen immer auch eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung enthalten, unter Berücksichtigung kurz-, mittel- und langfristiger Maßnahmen.

Für die kommunalen Gebäude bieten sich als Voruntersuchung für konkrete Vorhaben sogenannte energetische Grobanalysen an. Mit einer solchen liegenschaftsbezogenen Untersuchung erhält die Kommune für eine Schule, eine Turnhalle oder das Rathaus konkrete Maßnahmenvorschläge und deren Kosten- und Energieeinsparmöglichkeiten. Weitere Informationen zur Energieanalyse kommunaler Gebäude finden Sie im Themenfeld Gebäude.

Weiterlesen:

Schritt 4: Ziele setzen und Maßnahmen entwickeln

 


Quelle: Fotolia