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Prioritäten bei der Maßnahmenauswahl

Die Opens internal link in current windowMaßnahmenübersicht setzt sich häufig aus einfacheren, kurzfristig realisierbaren und komplexeren, eher langfristig umsetzbaren Maßnahmen mit mehr Vorbereitungszeit zusammen.

Kriterien für die Festlegung der Maßnahmenprioritäten können zum Beispiel sein:

  • CO2-Einsparpotenzial
  • Finanzierungsmöglichkeiten, zum Beispiel Förderung
  • Wirtschaftlichkeit (Amortisation und CO2-Vermeidungskosten)
  • Personalbedarf für die Umsetzung
  • Öffentlichkeitswirkung (sichtbarer Erfolg)
  • Breitenwirkung (Multiplikatoreffekt)
  • Bestehende Notwendigkeiten (zum Beispiel aus aktuellen Gesetzen und Verordnungen, akutem Sanierungsbedarf)

Bei der Zeitplanung der Maßnahmen kann es außerdem sinnvoll sein, die Maßnahmen grob in folgende Bereiche einzuteilen, um die durchschnittliche Laufzeit eines Energie- und Klimaschutzprogramms von etwa ein bis zwei Jahren zu berücksichtigen.

  1. Maßnahmen, die sofort innerhalb der Verwaltung initiiert werden können: zum Beispiel die Integration von ökologischen Beschaffungskriterien
  2. Maßnahmen, die noch genauer geplant werden müssen: zum Beispiel die Entwicklung eines Klimaschutz-Starterpakets für Neubürger der Kommune
  3. Maßnahmen, die vor der Planung noch konzeptionell weiterentwickelt werden müssen: zum Beispiel die Entwicklung eines Gebäudepools zur Ausschreibung einer Contracting-Maßnahme
  4. Maßnahmen, die auf frühere Maßnahmen aufbauen, zum Beispiel sollte die Entwicklung eines Förderprogramms für Energieberatung in Kommunen auf einer Qualifizierungsmaßnahme für Energieberater oder der Entwicklung eines Beratungsstandards aufbauen

Innerhalb der Kommune muss jemand die Umsetzung der Maßnahmen anstoßen, managen und organisieren. Bei dieser Stelle sollten die Fäden zusammenlaufen. Da viele Maßnahmen auch spezielles Know-how erfordern, ist häufig die Kooperation mit externen Spezialisten notwendig. Beispielsweise muss für das Klimaschutz-Starterpaket für Neubürger ein Kommunikationskonzept (Entscheidungen zum Design, zur Auflage, zu Verteilwegen etc.) entwickelt werden. Für die konzeptionelle Vorbereitung eines Gebäudepools für eine Contracting-Ausschreibung wird ein Contracting-Berater beauftragt.
Häufig haben Kommunen nicht die Möglichkeit, bestehendes Personal für diese zentralen Energie- und Klimaschutzmanagementfunktionen zur Verfügung zu stellen. Deshalb fördert das BMU die beratende Begleitung bei der Umsetzung der Maßnahmenprogramme von Klimaschutzkonzepten. Zuwendungsfähig sind Sach- und Personalkosten sachkundiger Dritter oder von Fachpersonal, das im Rahmen des Projekts zusätzlich eingestellt wird („Klimaschutzmanager“).


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