Luftdichte-Messung mit Blower Door

- © M.UT.Z GmbH
Mit einem luftdichten Haus werden Energiekosten gespart und die Bausubstanz wird vor eindringender Luftfeuchtigkeit bewahrt. Dringt feuchte Raumluft in die Bausubstanz ein, können Bauschäden durch Fäulnis entstehen und die Gesundheit kann durch Schimmelbelastung leiden.
Ein Luftdichte-Nachweis gibt Sicherheit, dass ein Gebäude luftdicht ist. Zum gleichzeitigen Nachdichten können Luftundichtigkeiten bereits während der Bauphase geortet werden. Bei Bedarf können die Leckagen mit Thermografie dokumentiert oder Lecks mit Nebel verdeutlicht werden.
Mit dem Blower-Door-Test kann der Luftwechsel gemessen, die Einhaltung der Grenzwerte geprüft und der Luftdichte-Nachweise nach EnEV erstellt werden.
Die Einsatzmöglichkeiten für die Blower Door sind:
Dichtigkeit von Fensterfugen überprüfen
Leckageortung, baubegleitend

- © M.UT.Z GmbH
Bei einem Neubau oder einer umfassenden Gebäudesanierung ist eine baubegleitende Überprüfung der luftdichten Ebene unbedingt zu empfehlen. Besonders dringend anzuraten ist eine Überprüfung der Luftdichte-Folien bei allen Leichtbauwerken und Dachausbauten.
Der richtige Zeitpunkt für die Messung ist bei Dachausbauten und Ständerbauwerken dann gekommen, wenn die luftdichte Ebene (oft eine Folie) noch nicht mit Ausbauplatten bekleidet ist. Denn dann kann jeder Fehler leicht nachgebessert werden.
Das Gebäude wird mit Blower Door unter Unterdruck gesetzt, die einströmende Außenluft verrät jede noch so kleine Fehlstelle in der Luftdichtung. Die entdeckten Leckagen können sofort nachgedichtet und erneut überprüft werden.
Gleichzeitig wird der Luftwechsel des Hauses bei Unterdruck bestimmt, sodass ein Anhaltswert gewonnen wird, wie weit das Gebäude die Luftdichte-Anforderungen erfüllt. Die Messung dauert zum Beispiel für ein übliches Einfamilienhaus etwa 1,5 bis 2 Stunden (je nach Anzahl der Leckagen), für Nichtwohngebäude entsprechend länger.
Luftdichte-Nachweis nach EnEV

- © M.UT.Z GmbH
Luftdichte Bauweise ist Pflicht! Die Energieeinsparverordnung EnEV schreibt Grenzwerte für den zulässigen Luftwechsel vor. Doch Grenzwerte nützen nur, wenn sie auch überprüft werden. Dazu dient die Abnahmemessung.
Schon die Ankündigung, dass eine Luftdichte-Messung bei der Bauabnahme vorgenommen wird, hat bereits einen sehr disziplinierenden Effekt auf alle Bauausführenden.
Der Blower-Door-Test wird nach der europaweit gültigen Norm DIN EN 13829 durchgeführt, der Luftwechsel wird dabei bei Unterdruck und Überdruck bestimmt (insgesamt 1.000 Messwerte). Die Messung dauert etwa 2 bis 3 Stunden (je nach Leckagesituation).
Zur Messung gehört natürlich auch die Ortung von Luftundichtigkeiten. Das ganze Gebäude wird bei Unterdruck begangen und auf eindringende Luft überprüft.
Erst diese Ortung von Leckagen gibt Hinweise auf Mängel an der luftdichten Ebene, die je nach Lage ernsthafte Konsequenzen haben können, selbst wenn die Grenzwerte für den Luftwechsel eingehalten werden.
Bei modernen Systemen gewährleisten Computersteuerung und elektronische Druckmessung die Messung kleinster Druckschwankungen und eine hohe Messgenauigkeit.
Dichtigkeit von Fensterfugen überprüfen

- © M.UT.Z GmbH
Bei Luftdichte-Messungen werden häufig Undichtigkeiten an Fensterfugen festgestellt. Dann stellt sich die Frage, ob diese Undichtigkeiten noch tolerierbar sind oder einen Mangel darstellen.
Mit dem Blower-Door-Test lässt sich für einzelne Fenster überprüfen, welche Klasse der Luftdurchlässigkeit nach DIN EN 12207 sie erfüllen und ob sie damit den Anforderungen der EnEV an die Dichtheit (entsprechend Anhang 4) genügen.
Messprinzip in Anlehnung an die Prüfnorm EN 1026 (Luftdurchlässigkeit Fenster und Türen)
Auf das zu untersuchende Fenster wird eine Folie mit Lochblende aufgebracht (siehe Foto). Die in die Tür des Raums eingebaute Blower Door wird genutzt, um eine Druckdifferenz zu erzeugen, die sich in dem Hohlraum zwischen Fenster und Folie fortsetzt. Die Folie wölbt sich langsam nach innen. Sobald der Luftraum gefüllt ist, wird mit der Messung begonnen.
Der Volumenstrom, der durch die Fensterfugen eindringt, wird mithilfe einer Lochblende mit definierter Öffnung und der Druckdifferenz vor und nach der Blende (VBlende) ermittelt. Um die Durchlässigkeit der Fugen beurteilen zu können, wird zusätzlich die zugehörige Druckdifferenz an dem Fenster (DpBauteil) gemessen.
Die Ergebnisse der Messung werden anschließend mit den Anforderungen der EnEV und der Klasseneinteilung der DIN EN 12207 verglichen.
Geruchs-Transferwege orten

- © M.UT.Z GmbH
Bei undichter Bausubstanz ist die Übertragung störender Gerüche ein häufiges Problem. Zigarettenrauch oder Küchendünste suchen sich einen Weg durch Leckagen in der Bausubstanz und können andere Nutzer empfindlich stören.
Oft kann sich niemand erklären, welchen Weg die geruchsbelastete Luft genommen hat. Die Ortung dieser Transferwege ist möglich mithilfe der Blower Door: Theaternebel wird bei Überdruck in die fraglichen Räume eingebracht, die Ausbreitungswege des Nebels werden beobachtet und so die Leckagen ausfindig gemacht, zum Beispiel Putzfehlstellen hinter einer abgehängten Decke (siehe Foto).










