Messungen von Luftgeschwindigkeiten und Zugerscheinungen
Undichte Fenster oder falsch eingestellte Lüftungsanlagen führen zu Zugerscheinungen, die das Raumklima negativ beeinflussen.
Insbesondere an Arbeitsplätzen können diese Beeinträchtigungen erheblich sein und sind häufig eine Ursache für vermehrte Krankheitsausfälle. Die Messung der realen Verhältnisse nach Arbeitsstättenrichtlinie erlaubt eine eindeutige Bewertung der Situation und die Ermittlung der Ursache der Zugerscheinungen.
Erstdiagnose: Einsatz von Datenloggern
Im ersten Schritt der Energieanalyse eines kommunalen Gebäudes ist es oft sinnvoll, mit sogenannten Datenloggern für einige Tage den Verlauf der Raumtemperatur in einigen Räumen aufzuzeichnen.
Diese Messgeräte sind klein, unauffällig und manipulationssicher und können überall eingesetzt werden. Neben der Temperatur zeichnen die Geräte je nach Typ zum Beispiel auch die Raumluftfeuchte und die Lichtstärke auf.
Aus den Ergebnissen lassen sich leicht Einsparpotenziale erkennen – zum Beispiel für die Nachtabschaltung der Heizungsanlage oder die Laufzeiten der Lüftungsanlage –, aber auch Hinweise auf Schwachstellen der Dämmung durch zu starke Raumauskühlung.
Raumklimamessungen
Die Messung von Raumklima-Parametern, Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, CO2-Gehalt, Luftgeschwindigkeit und operativer Temperatur (Strahlungstemperatur) erlaubt eine objektive Überprüfung von Sollwerten des Raumklimas.
Die kontinuierliche Aufzeichnung der Messwerte gibt Auskunft über lastabhängige Situationen wie Aufheiz- und Absenkzeiten oder Nutzungsspitzen. Externe Faktoren wie das Außenklima werden über gesonderte Messsonden erfasst. Alle Messwerte werden in übersichtlichen Tages- und Wochendiagrammen dargestellt, die eine eindeutige und schnelle Bewertung ermöglichen.
Als Messsonden werden zum Beispiel eingesetzt:
- Behaglichkeitssonde zur Bestimmung der Luftgeschwindigkeit und Lufttemperatur
- Globe-Thermometer zur Bestimmung der operativen Temperatur unter Berücksichtigung von Strahlungseinflüssen
- CO2-Sonde zur Bestimmung des CO2-Gehalts der Luft als Leitparameter für die Luftqualität
- Kombinierter Temperatur- und Feuchtigkeitsfühler zur Bestimmung der Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit (zum Beispiel Datenlogger)
In der technischen Gebäudeausrüstung kommt es zu einer Vielzahl von Messaufgaben unter verschiedensten Rahmenbedingungen und Zielsetzungen. Die Behaglichkeit des Raumklimas ist nicht nur von der Lufttemperatur, sondern auch von der Strahlungstemperatur (Oberflächentemperatur der umgebenden Flächen wie Fenster, Außenwände, aber auch Kühldecken und Ähnliches), der Luftgeschwindigkeit und dem CO2-Gehalt abhängig. Alle diese Parameter können mit den entsprechenden Messsonden erfasst werden.
Luftqualitätsmessungen
Die Messung des CO2-Gehalts der Raumluft erlaubt eine gute Bewertung der Raumluftqualität. Schon ein CO2-Gehalt von 1.000 ppm zeigt eine deutliche Belastung der Raumluft durch menschliche Ausdünstungen und einen nicht ausreichenden Luftwechsel.
In Langzeitmessungen können Lüftungsanlagen, die Fensterlüftung und der Mindestluftwechsel bewertet werden. Gerade die Sicherstellung eines Mindestluftwechsels wird bei Bestandssanierungen nicht gewährleistet, insbesondere wenn Fenster erneuert werden und Außenwanddurchlässe und Schachtlüftungen verschlossen werden. Auch bei Arbeitsplatzuntersuchungen zeigt die CO2-Messung eindrucksvoll nicht ausreichende Luftwechselraten auf.
Die Messung kann mit weiteren Messparametern der Raumklimamessung kombiniert werden.
Messung der Strahlungstemperatur (operative Temperatur)
Die empfundene Raumtemperatur hängt, neben der Lufttemperatur, von der Temperatur der Raumumschließungsflächen (Raumwände, Fenster, Decken, Boden) ab.
Mit einem sogenannten Globe-Thermometer kann diese operative Temperatur gemessen werden. Dabei werden die Wärmegewinne durch warm strahlende Umgebungsflächen und die Wärmeverluste durch größeren Strahlungsverlust als Strahlungsgewinn berücksichtigt. Durch das Globe-Thermometer lassen sich die Raumbezugstemperaturen bei der Leistungsmessung von Kühldecken bestimmen. Bei kalt strahlenden Umschließungsflächen (zum Beispiel Fenstern) ist die Bestimmung der erforderlichen Raumlufttemperatur möglich.
So kann zum Beispiel nachgewiesen werden, dass höhere Lufttemperaturen notwendig sind, um eine thermische Behaglichkeit des Arbeitsplatzes zu erreichen. Bei großen Fensterflächen kann der Strahlungsanteil der diffusen Sonneneinstrahlung bei der Bewertung des Raumklimas mit berücksichtigt werden.
Die Messung kann mit weiteren Messparametern der Raumklimamessung kombiniert werden.
Luftfeuchtigkeitsmessungen zur Bewertung von Schimmelschäden

- © M.UT.Z GmbH
Kontinuierliche Langzeitmessungen der Raumluftfeuchtigkeit und der Raumlufttemperatur erlauben zum Beispiel eine eindeutige Bewertung der Ursachen von Schimmelschäden. Die Frage „Was ist Ursache für einen Schimmelschaden – mangelndes Lüftungsverhalten des Nutzers oder ein Baumangel des Gebäudes?“ lässt sich durch die richtige Messkonfiguration eindeutig beantworten.
Mit einem speziellen Bewertungs- und Messverfahren nach DIN 4108-2 wird die Raumluftfeuchtigkeit und -temperatur kontinuierlich aufgezeichnet. Parallel dazu wird die Außentemperatur erfasst. Die Auswertung der Messwerte erfolgt nach DIN 4108-2. Dabei wird aus den Messwerten der Grenzwert für die Luftfeuchtigkeit unter den momentan herrschenden Rahmenbedingungen gebildet. Somit kann für jeden Zeitpunkt ein Grenzwert angegeben werden, der eine eindeutige Bewertung des Nutzerverhaltens erlaubt. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, ist dies sofort und eindeutig ablesbar.
Somit können, je nach Rahmenbedingungen, auch schon Luftfeuchtigkeiten von weniger als 50 Prozent als „zu hoch“ eingestuft werden. Die Messung erfolgt über einen Zeitraum von zwei Wochen. Die Praxis zeigt, dass innerhalb dieses Zeitraums die meisten Nutzer in ihr gewohntes Lüftungsverhalten übergehen.
Es kommen Datenlogger zum Einsatz. Sie sind klein, unauffällig und manipulationssicher und können überall eingesetzt werden.

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