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Themografie: Technik-Infos

Für die heutige konventionelle Anwendung werden pro Thermogramm je nach Kameratyp bis zu 300.000 Temperaturen zwischen -40 und 2000°C mit einer thermischen Empfindlichkeit von bis zu 0,03°C gemessen. Das ist die kleinste Temperaturdifferenz, die noch gemessen werden kann.

 

Die Messgenauigkeit der angebotenen Thermografie-Systeme liegt bei etwa 30°C zwischen plus und minus 2 Prozent. Die Genauigkeit der gemessenen Temperatur nimmt hin zu extrem hohen oder niedrigen Temperaturen ab.

 

Kernstück jeder Thermografie-Kamera sind besondere Detektoren, die die Wärmestrahlen erfassen. Diese Sensoren sind für infrarotes Licht empfindlich, vergleichbar mit Videokameras für das sichtbare Licht, nur eben für wesentlich größere Wellenlängen. Anders als bei einem Nachtsichtgerät, das ebenfalls die Wärmestrahlung erfasst, ist die Thermografie ein Temperaturmessgerät.

Thermografie –
berührungslose Temperaturmessung zur Gebäudediagnose

1. Beispiel: Thermogramm
© M.UT.Z GmbH
2. Beispiel: Thermogramm

Thermografie ist ein schnelles und kostengünstiges Messverfahren zur berührungslosen Temperaturmessung. Sie stellt besonders bei der Untersuchung von Gebäudehüllen und in der Elektrotechnik eine verlässliche Methode der Schadensfrüherkennung und Schadensverhütung dar.

Thermografische Aufnahmen machen Wärmestrahlung sichtbar. Auf Grundlage der physikalischen Eigenschaft, dass jeder Körper Energie in Form von Lichtwellen im Infrarotbereich abstrahlt, können Temperaturen gemessen werden. Die für das menschliche Auge unsichtbaren Wärmestrahlen werden also mithilfe einer Wärmebildkamera (Thermografiekamera) erfasst und auf einem Monitor als sichtbares Bild dargestellt: dem Thermogramm. Die Darstellung erfolgt durch unterschiedliche Färbungen der gemessenen Temperaturen. So kann auch das ungeschulte Auge warme und kalte Flächen oder Punkte am untersuchten Objekt erkennen.

Einzelne Anwendungsgebiete der Thermographie:


Gebäudethermografie

Beispiele: Thermographie (Quelle: M.UT.Z GmbH)
© M.UT.Z GmbH

Mithilfe der Thermografie werden die Wärmeverluste eines Gebäudes sichtbar. Schwachstellen des Gebäudes können so geortet werden. Die Gebäudethermografie wird in der Heizperiode bei Außentemperaturen unter 5 °C durchgeführt.

Die Gebäudethermografie dient

• zur Qualitätssicherung von Baumaßnahmen

• zur Unterstützung von Energieanalysen

• zur Vorbereitung von Sanierungsmaßnahmen an Altbauten

• zur Überprüfung einzelner Baumaßnahmen

• zur Unterstützung von Bauabnahmen bei Neubauten

Gutachten sowie eine Bewertung der Schwachstellen werden in einem ausführlichen Messbericht mit fotografischen und thermografischen Darstellungen angefertigt.

Das ausführende Unternehmen sollte über eine Zertifizierung nach DIN EN 473 verfügen.

 

Elektrothermografie als Frühwarnsystem

Beispiel: Thermographie (Quelle: M.UT.Z GmbH)
© M.UT.Z GmbH

Die Infrarot-Thermografie dient der vorbeugenden Instandhaltung von elektrischen Schaltanlagen. Sie ist die ideale Methode, um verborgene elektrische Fehlerquellen im laufenden Betrieb ausfindig zu machen.

Etwa 35 Prozent der industriellen Brandschäden werden durch elektrische Mängel ausgelöst. Die Thermografie deckt korrodierte elektrische Verbindungen, überlastete Leitungen, defekte Relais oder schadhafte Sicherungen auf.

Leckageortung

Beispiel: Thermographie (Quelle: M.UT.Z GmbH)
© M.UT.Z GmbH

In Fußböden oder Wänden verlegte Heizungsleitungen können nicht nur geortet werden, sondern bei defekten Verbindungen oder Haarrissen ist auch die Ortung einer unsichtbaren Leckage möglich.

Zur Ortung der Leckagen müssen die Leitungen durchflossen sein. Je höher die Temperatur des Wassers, desto höher ist die Chance, die Leckage zu entdecken. Die undichte Stelle verrät sich schnell durch einen warmen Spot. Auch Leckagen an kalten Wasserleitungen lassen sich durch einen vorherigen Umschluss auf Warmwasser orten. Vor einer Thermografiemessung zur Leckageortung sollte eine Druckprobe gemacht werden.

Gebäudediagnose - Kühldecken

Beispiel: Thermographie (Quelle: M.UT.Z GmbH)
© M.UT.Z GmbH

Es kommt oft vor, dass Kühldecken auf ihre Wirksamkeit, Funktion und richtige Verlegung mittels Infrarotkamera untersucht werden müssen.

Ohne die Decke öffnen zu müssen, zeichnen sich im Infrarotbild deutlich die einzelnen Elemente der Kühldecke ab. Leicht werden einzelne Elemente aufgespürt, in denen sich noch Luft befindet. Oft wird ein Funktionsnachweis mittels Thermografie bereits bei Ausschreibungen von Bauvorhaben vorgesehen. Die Kühldecken müssen im Untersuchungszeitraum in Betrieb sein. Die Temperaturdifferenz zwischen Innenraum und dem Kühlmittel muss mindestens 2 °C betragen.

Flächenheizung

Beispiel: Thermographie (Quelle: M.UT.Z GmbH)
© M.UT.Z GmbH

Heizungen in Fußböden oder Wänden wärmen gleichmäßig und bei niedrigsten Vorlauftemperaturen. Die Vorteile: wohlige Wärme, kein verschwelter Staub, angenehmes Wärmestrahlungsklima.

Mit Thermografie sieht man die Heizschlangen in Boden oder Wand sofort und deutlich. So können nachträgliche Bohrungen gesetzt werden, ohne die Rohrleitungen zu beschädigen. Heizflächen können schnell ermittelt und die installierte Heizleistung kann überprüft werden. Nicht oder weniger durchflossene Heizkreise werden geortet. Schon bei der Bauabnahme kann die Thermografie die Funktionsprüfung einer Fußbodenheizung übernehmen. Nicht immer ist ein Verlegeplan der Heizflächen vorhanden oder der Plan stimmt nicht mit der wirklichen Verlegung überein. Eine undichte Stelle verrät sich schnell durch einen warmen Spot (siehe Leckageortung).

Messungen am Gebäude

Hinweise auf Energieverluste und Sanierungsbedarf am Gebäude geben verschiedene Messmethoden. Hier erfahren Sie mehr zu den Methoden und ihren sinnvollen Einsatzmöglichkeiten.

 

Infrarot-Thermometer (punktuelle Oberflächentemperaturmessung)

 

Thermografie

 

Thermografie in Beispielen

 

Blower Door

 

Warum werden Blower Door und Thermografie gleichermaßen gebraucht?

 

Weitere Messungen: Mauerwerksfeuchte, U-Wert-Messung, Verschattungsanalyse

Messungen der Gebäudetechnik

Energieverbrauch, Datenlogger, Volumenströme und Raumluftqualität? Welche Messungen Auskunft über Energieverbrauch und Einsparpotenziale geben können, lesen Sie hier.

 

Energieverbrauchsmessungen

 

Raumklimamessungen