Austausch der Fenster
Auch neue Fenster helfen – bis zu 20 Prozent können beim Endenergiebedarf gespart werden. Die Faustregel lautet: Je älter die Fenster, desto eher lohnt der Wechsel.
Die Dämmeigenschaften eines Fensters werden am besten durch den Wärmedurchgangswert Uw (w für englisch: window) für das Gesamtfenster charakterisiert. Er wird von den Dämmeigenschaften des Rahmens und der Verglasung beeinflusst. Die Angabe des sogenannten Ug-Werts (g für englisch: glass) bezieht sich nur auf die Verglasung und ist für das Gesamtfenster daher nicht ausreichend. Der Rahmen wird durch den Uf-Wert (f für englisch: frame) gekennzeichnet und ist insbesondere bei kleineren Formaten eine wichtige Größe.
Verglasung
Der Ug-Wert der Verglasung hat sich nahezu in Zehnjahresschritten jeweils halbiert: Bis in die 1960er Jahre wurde Einfachverglasung mit Ug = 5,6 W/(m²•K) eingebaut, heute ist Wärmeschutzverglasung mit Ug = 1,0 bis 1,2 W/(m²•K) üblich. Kastendoppelfenster, eine Entwicklung des 19. Jahrhunderts, waren bis in die 1960er Jahre die beste Option (siehe „Ertüchtigung von Bestandsfenstern“). Marktgängige 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasungen weisen Ug-Werte zwischen 0,4 und 0,7 W/(m²•K) auf..
Die Entwicklung in der Glasindustrie geht im Augenblick zu leichteren 3- bis 4-Scheiben-Gläsern. Parallel werden Fenster mit 2-Scheiben-Vakuumverglasung entwickelt, die zukünftig noch bessere Ug-Werte erreichen werden. Außerdem wird es elektrisch schaltbare Verglasungen geben. Sie bieten Vorteile für den Sichtschutz und für den sommerlichen Wärmeschutz.
Durch solche Innovationen verwandelt sich die Gebäudehülle zunehmend in eine variable Haut: Wärmedurchgang, Sichtbeziehung und Sonneneinstrahlung werden immer einfacher regulierbar.
Rahmensystem
Übliche Fensterrahmen weisen im Vergleich zur Verglasung deutlich ungünstigere U-Werte von Uf = 1,4 bis 2,2 W/(m²•K) auf. Seit Mitte der 1990er Jahre haben sich die Systeme den hochwertigen Verglasungen jedoch zunehmend angepasst. Nahezu jeder namhafte Hersteller bietet heute Passivhausfenster mit gedämmten Profilen mit Uf -Werten von 0,6 bis 0,8 W/(m²•K) an.
Die Preise für gedämmte Rahmenprofile könnten in den kommenden Jahren noch sinken. Zudem arbeiten die Fensterhersteller daran, kostengünstige Profile im Bereich Uf = 0,8 bis 1,1 W/(m²•K) zu entwickeln. In Verbindung mit hochwertigen Verglasungen entstehen so Fenster mit sehr gutem Kosten-Nutzen-Verhältnis, die mittelfristig die jetzt gängigen Profile ablösen können.
Gesamtfenster

- Passivhausfenster
Bei einer energieeffizienten Sanierung sollten die gewählten Fenster einen Wärmedurchgangskoeffizienten Uw von maximal 1,2 W/(m²•K) aufweisen. Zum Vergleich: Die übliche 2-Scheiben-Isolierverglasung hat einen Uw-Wert von 1,3 W/(m²•K), die Einfachverglasung mit Holzrahmen 5,2 W/(m²•K). Passivhausfenster mit gedämmtem Rahmen und 3-Scheiben-Glas erreichen sogar Uw-Werte von 0,7 bis 0,9 W/(m²•K).
Folgende Aspekte sind bei der Festlegung des Fenstertyps wichtig:
- Fenster sind die Bauteile mit den höchsten Transmissionswärmeverlusten. Deshalb ist ihre Auswahl entscheidend für den thermischen Komfort. Bei Passivhausfenstern muss beispielsweise der Heizkörper nicht mehr unterhalb des Fensters untergebracht sein, um ein komfortables Raumklima ohne störende Luftschichtung und Temperaturunterschiede sicherzustellen. Für das Heizsystem können so – gerade bei der Sanierung – Kosten eingespart werden, indem man die Heizkörper ohne lange Leitungen an den Innenwänden montiert.
- Die EnEV-Berechnung kommt für den Standard „EnEV minus 30 %“ im Allgemeinen mit U-Werten zwischen Uw = 1,0 und 1,4 W/(m²•K) aus. Aus den erwähnten Gründen kann der Einsatz von Passivhausfenstern dennoch sinnvoll sein.
- Je geringer der Rahmenanteil an einem Fenster ist, desto günstiger sind die Uw-Werte, insbesondere beim Einsatz energetisch hochwertiger Verglasungen. Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass Fenster wesentliche Gestaltungselemente für die Fassade darstellen: Sie sind die „Augen“ eines Hauses. Bei Sanierungen sollte deshalb gegebenenfalls eine historische Sprossenteilung beibehalten werden – trotz schlechterer Uw-Werte.
- Für den Fensteranschluss sollte der Planer eine möglichst wärmebrückenarme Detaillösung finden. Die Dämmung könnte beispielsweise den Fensterrahmen möglichst weit von außen umgreifen. Die Fenster sollten – innen wie außen – immer lückenlos an die Fassadendämmung anschließen.
- Ein luftdichter Einbau ist bei jeder Baumaßnahme gefordert. Dies ist nur durch konsequentes luftdichtes Verkleben rund um das Fenster zu erreichen.
- Verschattungselemente und Rollläden sollten möglichst so eingebaut werden, dass diese beiden letzten Aspekte nicht beeinträchtigt werden. Das Problembewusstsein dafür ist auf den Baustellen allerdings noch gering. Oft müssen unübliche Details erarbeitet werden, so etwa zum Einbau von Dämmung zwischen Fensterrahmen und seitlicher Rollladenschiene oder ausreichender Dämmung hinter den Rollladenkästen.
- Fensterlaibungen und Verschattungselemente in der Fassade sollten so optimiert werden, dass die tief stehende Wintersonne möglichst ungehindert die Scheiben erreicht – anderenfalls gehen solare Gewinne verloren. Andererseits darf sich das Gebäude im Sommer nicht zu stark aufheizen: Der außen liegende Sonnenschutz sollte dafür gut geplant werden.
In modernen Fenstern mit Isolierverglasungen sind die Räume zwischen den Scheiben hermetisch abgedichtet. Gefüllt sind sie mit sehr trockener Luft oder Edelgasen, die für die Dämmwirkung sorgen. Zusätzlich stehen unterschiedliche Beschichtungen der Scheiben zur Wahl, die verschiedenen Zwecken dienen: Sonnenschutz, Reflexion der inneren Raumwärme, UV-Schutz und Wärmedurchgang können durch diverse Kombinationen beeinflusst werden. Es gibt Fenster, die zusätzlich zum Wärmeschutz auch eine gute Schall- bzw. Einbruchschutzfunktion besitzen.
Wichtig ist immer, die Abdichtungen dicht an die neuen Fenster anzuschließen: innen die Luftdichtung bzw. die Dampfsperre und die Außenwanddämmung, außen die Schlagregen- und Winddichtung.

Energie- und Klimaschutzmanagemen






