Maßnahmenprioritäten für kommunale Liegenschaften
Bei der Umsetzung von Maßnahmen muss eine Kommune sinnvolle Prioritäten setzen. Diese können beispielsweise auf besonders hohe Wirtschaftlichkeit ausgerichtet sein oder sich an der Dringlichkeit einer Sanierung orientieren. Eine übergeordnete Strategie und ein Kriterienkatalog helfen bei der Auswahl.
1. Strategie
Im ersten Schritt sollte ein Energieeffizienzziel für den Gesamtbestand der kommunalen Liegenschaften festgelegt werden. Grundlage dafür sind
die Analyse des Gebäudebestandes und
das energiepolitische Leitbild der Kommune.
Das Effizienzziel sollte sich dabei auch an den finanziellen und personellen Ressourcen der Kommune orientieren. Geht es vorrangig um die Einsparung von Energiekosten oder soll zum Beispiel der Einsatz erneuerbarer Energien vorbildhaft vorangebracht werden?
Kommunen im Haushaltssicherungsverfahren sollten sich so früh wie möglich bei der kommunalen Finanzaufsicht erkundigen, ob bei fehlenden Eigenmitteln Energiespar-Contracting genehmigungsfähig ist, mit dem Energiesparmaßnahmen umgesetzt werden können und langfristig Energiekosten gespart werden. Hier sind die Regelungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.
2. Auswahl geeigneter Liegenschaften
Wenn die Strategie feststeht, können im nächsten Schritt aus dem Portfolio der kommunalen Liegenschaften die Gebäude zusammengestellt werden, mit denen das Einsparziel erreicht werden kann.
Dafür eignet sich ein Bewertungskatalog mit Punktevergabe für die einzelnen Liegenschaften. Die Auswahl und Gewichtung der Kriterien orientiert sich an der Zielvorgabe und an den jeweiligen Gegebenheiten. Beispielsweise können folgende Kriterien herangezogen werden:
- Einsparpotenzial Energiekosten
- Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen
- Ohnehin vorhandener Sanierungsbedarf
- Contracting-Eignung
- Aktuelle Fördermöglichkeiten
- CO2-Einsparpotenzial
- Öffentlichkeitswirkung, Stärkung der Vorbildfunktion der Kommune
Die Bewertung kann zum Beispiel auf Grundlage eines vorhandenen Klimaschutz- oder Energiekonzepts oder mithilfe von energetischen Analysen einzelner Gebäude erfolgen. Durch die strukturierte Vorgehensweise ergibt sich in der Regel rasch ein klares Bild mit einer geeigneten Auswahl von Liegenschaften.
3. Auswahl geeigneter Maßnahmen und Wahl des Verfahrens
Welche Maßnahmen sind bei der energetischen Modernisierung von kommunalen Liegenschaften besonders effizient?
Wenn Wirtschaftlichkeit im Vordergrund steht, werden in der Regel zunächst Maßnahmen in der Anlagentechnik in den Fokus rücken, da sich diese oft bereits binnen relativ kurzer Zeiträume aus der Energieeinsparung refinanzieren. Das kann zum Beispiel der Austausch eines alten Heizkessels sein, der Einbau einer Wärmerückgewinnung in eine Lüftungsanlage oder die Modernisierung der Beleuchtung. Ein guter Weg zur Umsetzung ist hier unter bestimmten Voraussetzungen das Energiespar-Contracting. Damit lässt sich der bedeutende Vorteil der Einspargarantie nutzen.
Aber auch höherinvestive Maßnahmen, wie etwa die Dämmung der Gebäudehülle oder auch der Einbau von Wärmeschutzfenstern, sind im Hinblick auf die Lebensdauer des Gebäudes oftmals wirtschaftlich. Die Potenziale, die in der umfassenden Sanierung des Gebäudebestandes liegen, sind sehr hoch. Im Modellvorhaben „Niedrigenergiehaus im Bestand“ konnte die dena insbesondere an Sanierungen von Schulen zeigen, dass durch umfassende Maßnahmen Einsparerfolge von 70 bis hin zu 90 Prozent des Energiebedarfs möglich sind.








