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Empfehlungen

Flottenmanagement
Themenseite vom Verkehrsclub Deutschland mit dem Leitfaden "Effizienter Fuhrpark" zum Herunterladen

Initiative „ich & mein auto“ der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena)
Hier finden Sie Spritspartrainer und Mobilitätsberater.

dena-Kurzstudie: Erdgas und Biomethan im zukünftigen Kraftstoffmix
U.a. mit der Bewertung vom Potenzial von (Bio-)Erdgas in kommunalen Flotten

erdgas-fahren.de
Fahrzeuge mit Erdgasantrieb, Fördermöglichkeiten und Kostenrechner finden Sie auf dem Online-Portal von "erdgas mobil"

Fuhrparkmanagement

Fahrzeugbeschaffung und -management in kommunalen Verwaltungen oder Betrieben müssen gründlich unter Effizienzgesichtspunkten analysiert und optimiert werden. Dabei sollten zunächst die Nutzungsanforderungen bestimmt werden. Kleinere Fahrzeuge sind beispielsweise sehr viel verbrauchsgünstiger und auch Mehrkosten für effizientere Antriebe rentieren sich schnell. Quernutzungen mit anderen bieten weitere Einsparpotenziale.

Es gibt für städtische Verwaltungen ein großes Potenzial zur Optimierung ihrer Fahrzeugbestände. Ziel ist es, intelligente Lösungen zu entwickeln, um Kostensenkungen mit der Gewährleistung einer hundertprozentigen Aufgabenerfüllung zu verbinden. Der Schlüssel liegt dabei in der Steigerung der Energieeffizienz des Fuhrparks.

Sollzustand kommunaler Fuhrparks

Kommunen müssen als öffentliche Körperschaften den Dreiklang aus Wirtschaftlichkeit, Umweltfreundlichkeit und Leistungsfähigkeit schaffen: Die Fuhrparks sollen möglichst geringe Kraftstoffkosten haben, optimal ausgelastet sein, wenig Luftschadstoffe und Kohlendioxid ausstoßen und gleichzeitig ihre Aufgaben erfüllen.

Die Kameralistik ohne Kosten-Leistungs-Rechnung verhindert aber, dass etwa die wahren Kosten vollständig erfasst und verursachergerecht zugeordnet werden können. Mangelnde Abschreibungsmöglichkeiten und die fehlende Internalisierung sonstiger Kosten sind der Hauptgrund dafür, dass die Beeinflussung des Aufwands für konventionell verwaltete kommunale Fuhrparks nur schwer möglich ist.

Hoher Problemdruck

Die Probleme im Fuhrpark sind in vielen Kommunen ähnlich. So sind hier die Kosten in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 20 Prozent gestiegen. Privatwirtschaftlich betriebene Flotten konnten ihre Kosten dagegen im selben Zeitraum um bis zu 30 Prozent senken. Weniger als ein Viertel der Kommunen haben ein zentrales Flottenmanagement etabliert und oftmals haben die betreibenden Verwaltungsstellen eine eher technische Orientierung, keine wirtschaftliche. Die Kraftstoffverbräuche erfassen nur etwa die Hälfte der kommunalen Verwaltungen zentral und oft werden eigene Werkstattkapazitäten unnötig vorgehalten. Die Auslastung der Fahrzeuge ist oftmals zu niedrig, weil ihre Anzahl auf den Spitzenbedarf ausgerichtet ist, der nur selten erreicht wird.

Die kommunalen Fahrzeuge sind im Durchschnitt älter als im Privatsektor und belasten nicht nur die Umwelt stärker, sondern verursachen auch zu hohe Kraftstoffkosten. Zu langes Vorhalten von Fahrzeugen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer hinaus erhöht die ständigen Wartungs- und Reparaturkosten immer weiter.  

Lösungshebel

Der erste Schritt in Richtung eines energieeffizienten Fuhrparks ist die Erfassung des tatsächlichen Mobilitätsbedarfs. Geplante Einsatzzwecke, -zeiten, -orte und -häufigkeiten, Laufleistungen, Betriebsstunden sowie die Serviceanforderungen sollten grundsätzlich über die Zusammensetzung des Fuhrparks bestimmen. Der Bedarf kann unterteilt werden in den Grundbedarf, für den die Fahrzeuge ständig zur Verfügung stehen müssen, und den Spitzenbedarf. Der Grundbedarf kann in einem bedarfsgerechten Bestandsfuhrpark gehalten werden. Der Spitzenbedarf für bestimmte Tage (Stadtfest, große Tagungen, Räumdienstarbeiten, saisonale Grünflächenarbeiten etc.) kann am Markt angemietet werden. So kann für jeden Einsatz ein bedarfsgerechtes energieeffizientes Fahrzeug eingesetzt werden.

Bei der Analyse des Ist-Zustandes im Fuhrpark und im Vergleich mit dem ermittelten Bedarf werden viele Kommunen feststellen, dass sie einerseits zu viele Fahrzeuge vorhalten und diese andererseits oftmals übermotorisiert sind. Kleinere Fahrzeuge verbrauchen viel weniger Kraftstoff und senken darüber hinaus in Unterhalt, Versicherung und Steuern die Kosten für die Kommune. Wenn in einem Bereich Fahrzeuge zu selten genutzt werden, kann es sinnvoll sein, diese zu verkaufen. Die Mitarbeiter können in den wenigen Bedarfsfällen alternative energieeffiziente Verkehrsmittel wie Bus & Bahn, Mietwagen oder das Fahrrad nutzen.

Ein organisationsübergreifendes Fuhrparkmanagement mit mehreren Bereitstellungsstandorten, also ein „Fahrzeugpooling“, ermöglicht es, die Beschaffungskosten zu senken und Synergieeffekte zu nutzen. Denn die Beauftragung externer Dienstleistungen für fahrzeugbezogene Leistungen wie Reinigung, Betankung, Disposition, Wartung und Reparatur ist einer der größten Effizienz- und Kostenhebel im Fuhrparkmanagement. Eine zentrale Stelle mit Verantwortung für die Erfassung der Verbräuche und Kosten aller kommunalen Fahrzeuge kann Energieeffizienzpotenziale am ehesten entdecken und durchsetzen.

Gerade für Spezialfahrzeuge wie Hebebühnen, Bagger, Anhänger oder Straßen- und Kanalreinigungsfahrzeuge bietet sich auch eine interkommunale Fahrzeugnutzung an, um die Auslastung zu erhöhen und Werkstattkosten zu senken. Um Leerkapazitäten abzubauen, können kommunale Fuhrparkbetreiber zusätzlich in Betracht ziehen, die externe Nutzung vor allem der Pkws zum Beispiel durch Carsharing-Anbieter zuzulassen.

Die rechtzeitige Aussonderung von alten und die Neubeschaffung energieeffizienter Fahrzeuge ist kameralistisch nachteilig, senkt aber mittelfristig die Kosten, da die ständigen Reparaturen teurer sind. Beim Einkauf der Fahrzeuge sollte eine unbeschränkte Ausschreibung mit Vorgaben zur Energieeffizienz der Regelfall sein. Als Richtschnur kann das EU-Ziel von 120 g CO2/km im Flottenschnitt dienen. Alternative Antriebe und Kraftstoffe wie Erdgas, Biodiesel oder Hybride erfordern oft höhere Investitionskosten, rentieren sich aber über die Haltedauer der Fahrzeuge und senken die Emissionsbelastung vor Ort.

Fahrzeuge mit Erdgasantrieb haben 25% weniger CO2-Emissionen. Mit der zunehmenden Beimischung von Biomethan ins Erdgasnetz wird dieser Vorteil weiter ausgebaut. Damit kann eine kommunale Erdgasflotte zu den Klimaschutzzielen der Städte und Gemeinden beitragen. Dank der günstigeren Steuer ist der Kraftstoff um etwa 50 % günstiger als Benzin und etwa 30% günstiger als Diesel.

Und nicht zuletzt bieten Eco-Fahrtrainings zum Erlernen eines spritsparenden Fahrverhaltens für die Mitarbeiter kommunaler Verwaltungen die Möglichkeit, vergleichsweise kostengünstig die Kraftstoffkosten nachhaltig zu senken. Aber auch der konsequente Einsatz von energieeffizienten Leichtlaufölen und Leichtlaufreifen kann erheblich Kraftstoff einsparen und die Kosten senken. Informationen zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs der Flottenfahrzeuge und zu Spritspartrainings für die Mitarbeiter finden Sie hier.