Kraftstoffkosten senken
Ob Busfahrer, Außendienstmitarbeiter, Fahrdienste oder einfach die Beschäftigten auf dem Arbeitsweg – das Fahrverhalten hat einen großen Einfluss auf den Verbrauch der Fahrzeuge. Kommunale Verwaltungen können informieren und motivieren oder mit gezielten Spritspartrainings professionelle und nachhaltig wirkende Unterstützung in Anspruch nehmen. Aber auch die technische Ausstattung der Fahrzeuge lässt sich optimieren: Mit dem richtigen Luftdruck, Leichtlaufreifen, Leichtlaufölen und dem Entfernen von unnötigem Ballast kann man viel Kraftstoff einsparen.
Fahrverhalten
Pkws und kleine Transporter machen etwa 35 Prozent der Fahrzeuge in kommunalen Fuhrparks aus. Allein 10 bis 20 Prozent des Kraftstoffverbrauchs können gespart werden, wenn Pkw-Fahrerinnen und -Fahrer ihre Schalt- und Fahrgewohnheiten ändern. Die Grundlagen des spritsparenden Fahrstils sind die Vermeidung von unnötigen Beschleunigungs- und Bremsvorgängen sowie niedertouriges Fahren.
„Mitschwimmen und Schwung nutzen“, also gelassen und gleichmäßig im Verkehr mitrollen, beruhigt den Fahrstil und reduziert den Spritverbrauch enorm. Denn je häufiger ein Fahrzeug beschleunigt wird, desto mehr Energie (Kraftstoff) wird verbraucht. Beim Abbremsen geht Schwung in Form von Bewegungsenergie verloren, die nur durch erneutes Gasgeben wieder zugeführt werden kann. Durch ausreichenden Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und eine vorausschauende Fahrweise lassen sich viele spritfressende Beschleunigungs- und Bremsvorgänge ausgleichen.
Auch niedertouriges Fahren hilft beim Sparen von Kraftstoffkosten. Drehzahl und Spritverbrauch stehen in direktem Zusammenhang: Je höher die Drehzahl des Motors, desto mehr Sprit wird verbraucht. Je früher beim Beschleunigen der höhere Gang eingelegt wird, desto niedriger ist der Kraftstoffverbrauch. Entscheidend ist dabei die Drehzahl des Motors: Bei spätestens 2.000 U/min sollte in den nächsthöheren Gang geschaltet werden. Ist kein Drehzahlmesser vorhanden, können sich Pkw-Fahrer an folgender Faustregel orientieren:
- 1. Gang: Anrollen und sofort in den
- 2. Gang schalten
- 3. Gang: ab 30 km/h
- 4. Gang: ab 40 km/h
- 5. Gang: ab 50 km/h
Ist die erforderliche Geschwindigkeit bereits erreicht, kann man auch Gänge überspringen und beispielsweise direkt vom 3. in den 5. Gang schalten. Auch bei Automatik-Fahrzeugen lässt sich das Schaltverhalten positiv beeinflussen. Sobald ganz kurz vom Gas gegangen wird, schaltet die Automatik gewöhnlich in den nächsthöheren Gang. Heutige Motoren sind für niedertouriges Fahren optimiert und werden dadurch nicht in ihrer Lebensdauer beeinträchtigt.
Neben den Grundregeln des entspannten und spritsparenden Fahrens gibt es viele weitere Möglichkeiten, den Spritverbrauch zu senken.
- Höchstgeschwindigkeit mit Maß: Bei hohen Geschwindigkeiten steigt insbesondere der Luftwiderstand und damit der Kraftstoffverbrauch überproportional an. Mit maximal 130 km/h fährt es sich sparsam, sicher – und entspannt. Wenn man über eine Distanz von 100 km anstatt Tempo 120 Tempo 150 fährt, ist man zwar zehn Minuten schneller am Ziel, hat aber – je nach Fahrzeug – bis zu 40 Prozent mehr Kraftstoff verbraucht. Langsamer fahren nützt so nicht nur der Verkehrssicherheit, sondern spart auch Kosten und schont die Umwelt.
- Motor aus, wann immer es geht: Beträgt die Standzeit mehr als 20 Sekunden, lohnt sich ein Abstellen des Motors.
- Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen sind aus energetischer Sicht sehr kritisch zu beurteilen: Bei Inbetriebnahme steigern sie den Kraftstoffverbrauch erheblich (zwischen 0,3 und 0,7 Liter pro Stunde). Jedes Grad Celsius weniger kostet mehr Sprit. Bei höheren Geschwindigkeiten (ab ca. 80 km/h) aber sind Klimaanlagen effizienter als offene Fenster oder ein geöffnetes Schiebedach, die den Luftwiderstand stark erhöhen.
- Unnötigen Ballast ausräumen: Jedes Kilo weniger spart mehr. Der Luftwiderstand des Dachgepäckträgers erhöht den Spritverbrauch vor allem bei hohen Geschwindigkeiten enorm. Bereits bei Tempo 80 kann ein Mehrverbrauch von 0,7 Litern pro 100 km bei einem unbepackten Dachgepäckträger festgestellt werden. Auch Schneeketten gehören im Sommer nicht in den Kofferraum und jedes weitere zusätzliche Gewicht treibt den Kraftstoffverbrauch in die Höhe, besonders beim Beschleunigen.
- Der richtige Luftdruck: Mehr als ein Drittel aller Fahrzeuge ist mit zu niedrigem Reifendruck unterwegs. Jedoch führt Minderdruck von beispielsweise 1 Bar zu einem Anstieg des Rollwiderstands, was sich in einem Mehrverbrauch von 3 bis 5 Prozent niederschlägt. Zu niedriger Reifendruck erhöht außerdem den Verschleiß und die regelmäßigen Instandhaltungskosten der Fahrzeuge. Die Reifen sollten deshalb regelmäßig kontrolliert und als Normalluftdruck sollte die Angabe für das voll beladene Fahrzeug ausgewählt werden.
- Regelmäßig zur Wartung: Falsche Einstellungen oder Verschmutzungen (zum Beispiel am Einspritzsystem) können zu höherem Spritverbrauch führen.
Spritspartrainings
Je praxisbezogener die Tipps zum energieeffizienten Fahren erlernt werden, desto höher das Einsparpotenzial und desto nachhaltiger die Wirkung. In ein- bis dreistündigen professionellen Spritspartrainings zeigen speziell ausgebildete Fahrlehrer, wie die Teilnehmer ihren individuellen Fahrstil optimieren können. Die Kosten für ein Spritspartraining werden schnell wieder „hereingefahren“ und auf längere Sicht bleibt sogar ein dickes Plus in der Stadtkasse. Auf der Internetseite von
„ich & mein auto“ kann nach Fahrtrainern recherchiert werden, die vor Ort Spritspartrainings anbieten. Die Trainer sind Profis in Sachen Spritsparen und wurden vom
Deutschen Verkehrssicherheitsrat e. V. ausgebildet und zertifiziert.
Leichtlaufreifen
Die heute angebotenen Pkw-Reifen weisen bei gleicher Größe und Sicherheit einen sehr unterschiedlichen Rollwiderstand und unterschiedliche Lärmemissionen auf. Durch die Nutzung von Leichtlaufreifen mit einer speziellen Gummimischung wird der Rollwiderstand gesenkt und der Kraftstoffverbrauch kann um bis zu 5 Prozent reduziert werden.
Derzeit existieren zwar noch keine verbindlichen Standards für Leichtlaufreifen und Angaben zum Rollwiderstand sind nur bei wenigen Produkten vorhanden. Jedoch haben viele Reifenhersteller bereits entsprechende rollwiderstandsoptimierte Produkte im Angebot, zum Beispiel unter solchen Namenszusätzen wie „Eco“ oder „Energy“. Erfüllen diese Reifen in einschlägigen Tests nachweislich auch hohe Sicherheitsansprüche, beispielsweise beim Aquaplaning- sowie beim Nass- und Trockenbremsverhalten, kann man sie bedenkenlos im eigenen Fuhrpark einsetzen oder den Mitarbeitern empfehlen. Der Verkaufspreis dieser Reifen ist vergleichbar mit denen herkömmlicher Qualitätsreifen und die Ersparnis liegt in ihrer Nutzungszeit deutlich über den Anschaffungskosten.
Die Kampagne
„ich & mein auto“ gibt auf ihrer Internetseite Tipps für den Reifenkauf und empfiehlt konkrete Typen in einer Liste.
Leichtlauföl
Eine Benzineinsparung von bis zu 5 Prozent kann man mit sogenannten Leichtlaufölen erzielen, die sowohl den Kraftstoffverbrauch als auch die Kohlendioxid-Emissionen des Fahrzeugs reduzieren. Vollsynthetische Leichtlauföle sind zwar etwas teurer, mindern jedoch die Reibung, den Verschleiß sowie den Ölverbrauch im Motor und führen, insbesondere beim Kaltstart, zu einer besseren Schmierung und damit letztlich zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch. Deshalb werden sie bei einigen Fahrzeugtypen der Mittelklasse heute bereits werkseitig eingesetzt. Der Umstieg auf Leichtlauföle lohnt sich aber in jedem Fall. Leichtlauföle erkennt man an einer „0“ vor dem „W“ in der Klassifizierung des Produkts.


Energie- und Klimaschutzmanagement




