Schritt 1: Strukturen schaffen

Das EKM funktioniert nur reibungslos, wenn klare Organisationsstrukturen geschaffen und Zuständigkeiten festgelegt werden.

Um das Einsparpotenzial vollständig auszuschöpfen, ist es wichtig, verschiedene kommunale Aktivitäten in diesem Feld miteinander zu verzahnen. Klare Zuständigkeiten und Arbeitsabläufe erleichtern diese Aufgabe. Für die Schaffung dieser notwendigen Organisationsstrukturen empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

Benennen Sie einen Energie- und Klimaschutzkoordinator

Eine Schlüsselrolle für die Einführung und Umsetzung des EKMs nimmt der Energie- und Klimaschutzkoordinator ein. Organisatorisch sollte er als Stabsstelle der Verwaltungsspitze unterstellt werden.

Aufgaben des Energie- und Klimaschutzkoordinators:

  • Energieeffizienzaktivitäten verschiedener kommunaler Bereiche koordinieren
  • Informationsaustausches zwischen den Verwaltungsbereichen durch regelmäßige Arbeitstreffen, Rundschreiben, etc gewährleisten
  • Aktivitäten und regelmäßige Treffen zum Erfahrungsaustausch mit den Verantwortlichen abstimmen
  • Einführung, Anwendung und kontinuierliche Verbesserung des Energie- und Klimaschutzmanagements verantworten
  • Einhaltung von Zielen und Zeitplänen überprüfen
  • Kontakte zu den Akteuren außerhalb der Verwaltung pflegen

Energie- und Klimaschutzkoordinator in der kommunalen Verwaltung

Der Energie- und Klimaschutzkoordinator übernimmt die koordinierenden Tätigkeiten und arbeitet eng mit den kommunalen Fachbereichen zusammen. Am besten ist er organisatorisch direkt der Verwaltungsspitze unterstellt oder in einem Fachbereich mit klassischen Querschnittsaufgaben wie dem Umweltbereich eingegliedert.

Unterstützt wird der Energie- und Klimaschutzkoordinator zum Beispiel durch Mitarbeiter aus den Fachabteilungen. Die Fachabteilungen können alle abteilungsinternen Vorgänge auf ihre Energierelevanz prüfend unterstützen und stimmen Entscheidungen direkt mit den Fachabteilungen ab. Der Energie- und Klimaschutzkoordinator arbeitet eng mit den Fachabteilungen zusammen.

Der Energie- und Klimaschutzkoordinator benötigt umfassenden Zugang zu allen energierelevanten Sachverhalten der Gemeinde. Auch in die Informationswege der Verwaltung muss er einbezogen werden. Daher sollten die Kompetenzen des Energie- und Klimaschutzkoordinators und der Bereichs-Energiemanager zusätzlich in der Organisationsstruktur der Kommune definiert sein.

Die konkreten Aufgaben und Zuständigkeiten des Energie- und Klimaschutzkoordinators und der Energiemanager werden dann in Stellenbeschreibungen festgeschrieben. Diese sollten regelmäßig im Laufe der Tätigkeit überprüft werden. So wird sichergestellt, dass die tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten mit den Zielen des energiepolitischen Leitbilds der Kommune übereinstimmen.

Der Energie- und Klimaschutzkoordinator ist die Kommunikationsschnittstelle innerhalb der Verwaltung und tauscht Informationen mit den betroffenen Fachbereichen aus. Er sorgt für die Akzeptanz der notwendigen Effizienzmaßnahmen in der Verwaltung und begleitet ihre Umsetzung. Der Informationsaustausch zum Thema Energieeffizienz und Klimaschutz innerhalb der Verwaltung kann zum Beispiel mit Rundschreiben, Berichten und durch regelmäßige Arbeitstreffen sichergestellt werden.

 

 

 

Der Energie- und Klimaschutzkoordinator hält auch Kontakt mit Akteuren außerhalb der Verwaltung, zum Beispiel mit lokalen Agenda-Gruppen, die bereits in vielen Kommunen tätig sind. Deren Mitglieder sind bereits für Klimaschutz und Energieeffizienz motiviert. Sie können kreative neue Ideen einbringen. Oft sind Agenda-Mitglieder gut mit bürgernahen Organisationen wie zum Beispiel den Kirchen, Jugendgruppen, Vereinen oder Migrantenverbänden vernetzt. Sie finden dann einen direkten Zugang zu Zielgruppen, die seitens einer Stadtverwaltung nur schwer für Energiethemen erreichbar sind.

Arbeitsgruppe Energie- und Klimaschutz einrichten

Damit eine Kommune energieeffizienter werden kann, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ämtern und Abteilungen erforderlich. Interne Spezialisten aus den einzelnen Abteilungen sollten in die verschiedenen Schritte der Anwendung des Energie- und Klimaschutzmanagements integriert werden, zum Beispiel durch die Einrichtung einer Arbeitsgruppe Energie und Klimaschutz.

An der Spitze dieser Gruppe sollte der Energie- und Klimaschutzkoordinator der Kommune stehen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe werden zum Beispiel aus den Bereichen Hochbau, Tiefbau, Umwelt- und Klimaschutz, Stadtplanung/-entwicklung, Verkehr sowie Kämmerei berufen. Bei Bedarf werden weitere Personenkreise einbezogen, zum Beispiel Vertreter der Stadtwerke oder Energieversorger.

Folgende Abteilungen und Ämter sind für die Zusammenstellung der Arbeitsgruppe Energie und Klimaschutz relevant (keine abschließende Aufzählung):

Umweltamt:

Das Umweltamt kann auf verschiedenen Gebieten für Klimaschutz zuständig sein, zum Beispiel im Rahmen der Agenda-Prozesse.

Gebäude-Energiemanagement:

Der Energie- und Ressourcenverbrauch der eigenen Liegenschaften wird hier betrachtet und notwendige kurz-, mittel- oder langfristige Sanierungsmaßnahmen festgelegt.

Stadtplanungsamt:

Ein wichtiges Planungswerkzeug für den kommunalen Klimaschutz ist  die Bauleitplanung, bei der Anforderungen an Baustandards oder Energieversorgungstechnik festgelegt werden können.

Kämmerei:

Die Integration von ökologischen Beschaffungskriterien bei Neuanschaffungen oder Reparaturmaßnahmen können von der Finanzverwaltung vorangebracht werden.


Förderung durch BMU

Häufig haben Kommunen nicht die Möglichkeit, bestehendes Personal für die zentralen Energie- und Klimaschutzmanagementfunktionen zur Verfügung zu stellen. Deshalb fördert das Bundesumweltministerium (BMU) die beratende Begleitung bei der Umsetzung der Maßnahmenprogramme von Energie- und Klimaschutzkonzepten. Zuwendungsfähig sind Sach- und Personalkosten sachkundiger Dritter oder von Fachpersonal, das im Rahmen des Projekts zusätzlich eingestellt wird ("Klimaschutzmanager").

Werkzeuge zum Schritt 1

Hier finden Sie praxisnahe Arbeitshilfen und Werkzeuge, die Sie bei der Umsetzung des Systems und der Maßnahmen unterstützen.

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